Karsten Büttner, Herausgeber des Newsletters Online-Marketing-Praxis, plaudert aus seinem Praxis-Nähkästchen
www.online-marketing-praxis.de
Ich liebe es zum Beispiel, Mails an die Online-Marketing-Praxis-Redaktion zu bekommen, die Überraschungen parat halten. Schliesslich tendiert man ja als PC-Arbeiter bei zu wenig Abwechslung dazu, lethargisch zu werden.
Zum Beispiel neulich: Der Hinweis auf die Situation der Finanzmärkte in Uebersee mit einem 3,3 MB PDF-Anhang. Suuuuper-Charts und tolle Bilder. Hat mich mächtig beeindruckt.
Gehen Sie ruhig davon aus, dass jeder Redakteur über schnelle Verbindungen verfügt. Schliesslich muss ja in den Redaktionen auch alles schnell gehen.
Richtig ist es, sämtliche E-Mail-Adressen auf der Site zu bedienen. Zwei Gründe:
Neben Kaffeefiltern werden Mail-Filter in den Redaktionen immer beliebter. Redakteure sind von Grund auf faul. Deswegen versuchen sie sich möglichst viel Arbeit vom Tisch fern zu halten. Wenn dann eine andere Redaktion ein sensationelles Thema auftischt - zum Beispiel Finanzmärkte in Übersee - dann kommen die mit der Ausrede: "Die Infos habe ich nie gesehen".
Also: ALLE E-Mail-Adressen bedienen.
Eine Mail wird schon durchkommen.
Ein Thema wird erst zum Thema, wenn entweder schon ein anderer Sender oder eine andere Zeitung das Thema geadelt haben. Oder: wenn sich Redakteure untereinander ausgetauscht haben. Deswegen: PR-Mitteilungen an alle, damit die Redakteure dann in der Kaffeepause (Filter!!!) sich austauschen: "Haste auch diese super Presse-erklärung mit den gigantischen Charts ..."
Man kann Branding gar nicht früh genug anfangen. Und deswegen sollte man seine Marke dort platzieren, wo die Multiplikatoren sitzen.
Vergessen sollte man übrigens auch nicht, an Adressen zu schicken, hinter denen ein gewisser Herr Autoresponder steht. Schliesslich sollen diese geschundenen E-Mail-Knechte sich auch mal informieren können dürfen.
Versuchen Sie mit Ihrer PR nicht nur Ihre primäre Zielgruppe zu erreichen. Erweitern Sie schon frühzeitig Ihren Markt, indem Sie beispielsweise auch Magazine wie "Mädchen" oder "Bravo" für das Thema Finanzmärkte in Übersee begeistern.
Zugegeben, das geht nicht auf Anhieb. Aber Sie wissen ja: Steter Tropfen höhlt den Stein. Also: Regelmässig Infos an die Redaktionen senden. Irgendwann - das ist das Gesetz der Statistik - wird auch Bravo darüber berichten.
Wenn es keinen in der Redaktion interessiert, dann kennt der Redakteur vielleicht jemanden, der jemanden kennt, der das wissen will. Und dem schickt er das.
Das ist das Prinzip von Viral PR oder Mouse2mouse-PR.
Dass Online-Marketing-Praxis entgegen der Praxis im Titel nicht über das wahre Leben, also nicht über Finanz-Märkte in Übersee berichtet, das liegt ja nicht am Absender der Presseaussendung.
Schliesslich könnte sich Online-Marketing Praxis mal damit befassen, ist ja ein wichtiges Thema und würde sicherlich auch den Lesern im oeden How-to-Marketing angenehm auffallen.
Das ist ein richtiger Geheimtipp: Man kann für den Versand der Nachrichten die Wichtigkeit einstellen. (Das wissen die wenigsten.)
Daher nutzen wir natürlich diesen Wissensvorsprung, indem wir unsere Pressemitteilungen grundsätzlich mit höchster Priorität versehen.
Wir erleichtern den Redakteuren ausserdem noch die Arbeit, indem wir mit GROSSBUCHSTABEN im Betreff und markant platzierten Ausrufezeichen arbeiten. Dabei sollte man sich aber an folgende Regel halten: Nicht weniger als eins und nicht mehr als sieben.
(Sieben ist gut, weil magisch. Aber Vorsicht! Das versteht nicht jeder Redakteur.)
Ne, den verrate ich jetzt nur gegen Beraterhonorar.